Kostenstellen und Kostenträger einfach erklärt

Die Kostenart sagt, was gekauft wurde (z. B. Personal, Miete). Die Kostenstelle sagt, wo in der Organisation die Kosten entstehen (z. B. Verwaltung). Der Kostenträger sagt, wofür sie entstehen (z. B. ein Förderprojekt). Kostenstelle und Kostenträger sind wie Etiketten auf jeder Buchung – damit könnt ihr jederzeit auswerten, was ein Förderprojekt gekostet hat. Sie sind das Fundament jedes Fördermittelcontrollings. In fieto werden beide in einem Code zusammengefasst, dem Magic-Code.

Animation: Jede Buchung bekommt einen Magic-Code, so lassen sich Kosten je Förderprojekt auswerten

Warum reicht die normale Buchhaltung nicht?

Die Buchhaltung bucht auf Konten und zeigt damit, wofürGeld geflossen ist: Miete, Gehalt, Bürobedarf. Für Fördermittel braucht ihr aber auch die Antwort auf zwei andere Fragen: Welchem Projekt gehört die Ausgabe? Und welcher Bereich der Organisation war beteiligt? Genau das ergänzen Kostenstellen und Kostenträger – ohne dass ihr die Buchhaltung selbst umstellen müsst.

BegriffBeispieleHilft zu sehen …
KostenartWas?Personal, Miete, Bürobedarf, IT, Reisekostenwelche Art von Kosten anfällt
KostenstelleWo?Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit, Bildungsbereich, Fundraisingwelche Bereiche wie viele Mittel verbrauchen
KostenträgerWofür?Projekt „Demokratie macht Schule“, Workshopreihe für Jugendliche, Fachtagungwas ein Projekt oder Angebot tatsächlich kostet

Die Kostenarten ergeben sich meist schon aus den Buchhaltungskonten eures Kontenrahmens, etwa SKR 03, SKR 04 oder SKR 49. Kostenstellen und Kostenträger legt ihr selbst fest.


Wie sieht das bei einer Buchung aus?

Ihr habt Fahrtkosten von 100 € für einen Workshop im Projekt „Jugendtreff“, das eine Stiftung fördert. Die Buchhaltung bucht sie auf das Konto „Reisekosten“. Zusätzlich trägt sie im Feld KOST2 den Magic-Code ein:

BetragKonto (SKR 03)Magic-Code (KOST2)Bedeutung
100 €4660 Reisekosten201DFörderer 20, Projekt 1 „Jugendtreff“, Kostenstelle D Reisekosten

Damit ist klar: Die 100 € sind Reisekosten im Projekt Jugendtreff und erscheinen in dessen Auswertung und im Verwendungsnachweis.

Betrifft ein Beleg mehrere Projekte, teilt ihr den Betrag auf – zusammen müssen es wieder 100 % sein:

TeilbetragKonto (SKR 03)Magic-Code (KOST2)Bedeutung
60 €4660 Reisekosten201DProjekt „Jugendtreff“, Reisekosten
40 €4660 Reisekosten202DProjekt „Elternkurs“ (zweites Projekt desselben Förderers), Reisekosten

Achtung:Wird nur ein Teil zugeordnet, z. B. 80 € von 100 €, fehlen die restlichen 20 € in der Projektauswertung. Legt deshalb eine Sammelposition wie „offen zuordnen“ an und prüft sie regelmäßig.

Was könnt ihr damit auswerten?


  • Kosten je Projekt: Was kostet ein Förderprojekt tatsächlich, inklusive anteiliger Verwaltungskosten?
  • Kosten je Angebot: Was kostet ein Workshop, eine Beratung, eine Veranstaltung?
  • Förderlücken: Wie groß ist der Unterschied zwischen den vollen Projektkosten und der Förderung?
  • Vergleich zwischen Projekten: Welche Projekte verursachen besonders viele indirekte Kosten?
  • Verwendungsnachweise: Die Zahlen für den Nachweis liegen schon sortiert vor.

Wie kann ein Magic-Code aufgebaut sein?

Zum Beispiel können Kostenträger und Kostenstelle in einem einzigen Code zusammengefasst werden. Er wird bei jeder Buchung im Feld KOST2 mitgebucht, z. B. in DATEV. So verbindet er eure Buchungen (IST) mit eurer Planung (PLAN) und macht Auswertungen je Projekt möglich. Das Feld KOST1 bleibt frei für andere Zwecke, etwa die steuerliche Sphäre.

In diesem Beispiel setzt sich der Magic-Code aus drei Teilen zusammen:

TeilFrageBeispiel
FördererWer gibt das Geld?10 = eigene Organisation (freie Mittel)
ProjektWelches Projekt dieses Förderers?1 = erstes Projekt
KostenstelleWelche Art von Ausgabe?A = Personal

Zusammen ergibt das 101A: Personalkosten im ersten Projekt der eigenen Organisation. Ein Förderprojekt bekommt typischerweise eigene Codes für Personal (A), Kommunikation (B), Technik (C) und Reisekosten (D), dazu Codes für die Einnahmen aus der Förderung.

Das Steuerbüro muss dafür nichts umstellen: Es trägt den Magic-Code nur zusätzlich in das Feld KOST2 ein.


Die Systematik legt die Organisation selbst fest und führt eine Liste aller Codes.

Wie fangt ihr an?


  1. Ziel klären:Wollt ihr vor allem Verwendungsnachweise erleichtern, besser kalkulieren oder im Leitungsteam fundierter entscheiden?
  2. Liste anlegen:Alle Förderprojekte als Kostenträger mit eindeutigem Code, dazu eure Kostenstellen. Daraus entstehen eure Magic-Codes. Auch die Organisation selbst bekommt Codes für ihre freien Mittel, z. B. 101A für Personal aus Eigenmitteln.
  3. Mit dem Steuerbüro sprechen:Kann es den Magic-Code im Feld KOST2 mitbuchen, und bekommt ihr die Buchungen als Export?
  4. Klein starten:Mit einem gut dokumentierten Projekt beginnen und die Erfahrungen dann auf weitere Projekte übertragen.
  5. Logik festhalten:Codes, Verteilungsschlüssel und Zuständigkeiten schriftlich dokumentieren – auch für den nächsten Personalwechsel.


Wie ihr daraus ein vollständiges Fördermittelcontrolling mit Plan-Ist-Vergleich aufbaut, beschreibt die fieto-Methode in sieben Schritten.

→ Die fieto-Methode

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