
Die fieto-Methode zeigt, wie Organisationen ihre Finanzdaten verstehen, steuern und gezielt für gesellschaftliche Wirkung einsetzen können.
Die fieto-Methode ergänzt eure Buchhaltung um eine Fördermittelsicht. Jede Buchung bekommt einen Magic-Code, der Förderer, Projekt und Kostenstelle verbindet. Mit denselben Codes plant ihr (PLAN) und wertet ihr aus (IST). So seht ihr jederzeit, wo jedes Förderprojekt steht – und der Verwendungsnachweis ist schon halb fertig.
Die Buchhaltung bildet die finanzielle Lage der ganzen Organisation rechtlich korrekt ab. Förderer wollen aber wissen, was mit ihrem Geld in ihrem Projekt passiert ist. Diese zweite Sicht entsteht nicht von allein.
Die fieto-Methode verbindet ermöglicht die Buchhaltungs- und die Fördermittelsicht, ohne eure Buchhaltung umzustellen.
| Merkmal | Buchhaltungssicht | Fördermittelsicht |
|---|---|---|
| Zweck | Jahresabschluss, Steuererklärung, Finanzamt | Steuerung und Nachweis je Förderprojekt |
| Zeitbezug | Geschäftsjahr | Förderzeitraum, oft über den Jahreswechsel |
| Gliederung | Sachkonten, z. B. SKR 03, SKR 49 | Kostenträger, also Förderprojekte, mit Magic-Code |
| Beträge | Meist netto, ohne Umsatzsteuer | Meist brutto, mit Umsatzsteuer |
| Investitionen | Über mehrere Jahre abgeschrieben | Meist voll im Jahr der Anschaffung |
| Typische Auswertung | BWA, GuV, Bilanz | Plan-Ist-Vergleich je Projekt, Verwendungsnachweis |
| Für wen? | Buchhaltung, Steuerbüro, Finanzamt | Projektleitung, Geschäftsführung, Förderer |
Erfasst alle Förderprojekte und eure freien Mittel und gebt jedem einen eindeutigen Magic-Code. Das Ergebnis ist die Masterliste aller Codes.
Klärt mit dem Steuerbüro, dass der Magic-Code bei jeder Buchung im Feld KOST2 mitgebucht wird. Legt fest, wo die Masterliste liegt und wer sie pflegt.
Exportiert die Buchungen, filtert die projektrelevanten Konten und prüft, ob jede Buchung einen Code hat.
→ Fördermittel mit Pivot-Tabellen auswerten
Plant Einnahmen und Ausgaben mit denselben Codes, nach Monaten oder Quartalen. Personalkosten verteilt ihr anteilig auf die Projekte.
→ Personalkosten auf mehrere Förderprojekte verteilen
Stellt PLAN und IST je Projekt gegenüber, erklärt Abweichungen und bereitet daraus den Verwendungsnachweis vor.
→ Plan-Ist-Vergleich pro Förderprojekt
Besprecht die Auswertungen in einem festen Rhythmus und leitet Maßnahmen ab.
→ Finanzen regelmäßig an Vorstand und Team berichten
Prüft einmal im Jahr, ob Codes, Berichte und Werkzeuge noch passen, und schult neue Mitarbeitende.
Unser Steuerbüro macht die Buchhaltung. Geht das trotzdem?
Ja. Ihr braucht regelmäßig einen Export der Buchungen, und das Steuerbüro muss den Magic-Code im Feld KOST2 mitbuchen.
Müssen wir die Buchhaltung umstellen?
Nein. Die Methode ergänzt die bestehende Buchhaltung um eine zweite Sicht. Der Aufwand liegt im Codieren und Auswerten.
Wie bilden wir überjährige Förderungen ab?
Führt den Förderzeitraum in der Masterliste getrennt vom Geschäftsjahr. Dann könnt ihr nach Förderjahr und nach Geschäftsjahr auswerten.
Was passiert mit Buchungen ohne Code?
Sie erscheinen in der Auswertung als „nicht zugeordnet“. Ein Filter zeigt sie sofort, und ihr könnt sie nachpflegen.

Nein. Die Methode wächst mit eurer Organisation. Jede Phase ist ein guter Ausgangspunkt.
| Phase | So sieht die fieto-Methode typischerweise aus |
|---|---|
| 1Grundlagenbis ca. 100.000 € | Übersicht der Förderprojekte, Auswertung einzelner Projekte in Excel, einfache Planung |
| 2Strukturca. 100.000–500.000 € | Magic-Codes für alle Projekte, regelmäßige Plan-Ist-Vergleiche |
| 3Systematisierungca. 350.000 €–1 Mio. € | Direkte Verbindung zur Buchhaltung, automatisierte Auswertungen, mehrere Sichten auf die Finanzen |
| 4Finanzielle Resilienzab ca. 1 Mio. € | Steuerung der ganzen Organisation nach Fördermittelsicht, laufende Qualitätssicherung |
Startet am besten mit einem Pilot: ein Förderprojekt plus eure freien Mittel. Wenn der Plan-Ist-Vergleich dort funktioniert, übertragt ihr die Struktur auf weitere Projekte. Rechnet damit, dass die Umsetzung länger dauert als gedacht – das ist normal.
Das eBook richtet sich an Menschen mit Finanzverantwortung in gemeinnützigen Organisationen –
z. B. Geschäftsführer:innen, Projektleitungen, Controller:innen und Verwaltungsmitarbeitende.
Es bietet Orientierung und konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitungen, um Buchhaltungsdaten in förderlogische Auswertungen zu überführen – unabhängig davon, ob mit Spreadsheets oder einer Controlling-Plattform gearbeitet wird.
Das eBook befindet sich derzeit noch im Entwurf. Ziel ist, gemeinnützigen Organisationen eine praxistaugliche Methode an die Hand zu geben, um Buchhaltungsdaten in förderlogische Auswertungen zu überführen und Plan-Ist-Vergleiche einfach zu erstellen.
Das eBook steht kostenlos unter einer Creative-Commons-Lizenz (CC BY-NC-SA 4.0) bereit.

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